Donnerstag, 25. September 2014

MEMORIES OF SWITZERLAND // DIRTBAG LIFE PT. 4

-- Wenn meine Aufnahmekünste mit der GoPro nicht so unglaublich unterirdisch wären könntet ihr euch hier jetzt ein Magic Wood Video anschaun - beim nächsten Mal klappt es hoffentlich, für heute müsst Ihr nochmal lesen --



Mit aller Kraft musste ich mich davon abhalten, nicht vor lauter Vorfreude aus dem fahrenden Auto zu springen als wir auf den Parkplatz in Ausserferrera bogen. Magic Wood!
Super Bedingungen und angenehm kühle Luft - großartig.

Ankunft im Boulderparadis.  Foto:Berni.

Um mich etwas aufzuwärmen stieg ich in einen leichteren Platten-Boulder ein und um den Start für diesen Trip perfekt zu machen rutschte ich gleich mehrmals so blöd ab, dass mein Knie bis zum Abend auf circa die doppelte Größe anschwoll und komplett blau und grün war. Gut gemacht.

Weil ich scheinbar aber doch robuster bin als ich dachte, war die Schwellung bis zum nächsten Morgen schon etwas abgeklungen, sodass unsere 8-köpfige Truppe erneut in den Wald starten konnte.


Während einige sich an „Blue Sky of Mine“ [6C], einen gruseligen High Ball machten blieb ich lieber am Boden bei einer fiesen 6C.
Der Start auf zwei scharfen Leisten, weiter schnappen und dann lang machen was nur geht. Fingerspitze für Fingerspitze platzierte ich auf der nächsten Leiste. Dann noch ein dynamischer Zug schräg raus zur Kante. Ein kleiner Kampf, aber unglaublich cool. Sarah was sending.

Schon beim letzten Besuch wollte ich in „Scrubs“ [7A] einsteigen. Eine unglaubliche Linie, zuerst stark überhängend, dann muss an der Kante entlang traversiert werden, um schlussendlich über die Platte auszusteigen. Ein Boulder der nicht nur Kraft, sondern vor allem auch die Fähigkeit, Züge so effizient wie möglich zu klettern, fordert. Zusätzlich dazu mussten Isi und ich uns erst einmal eine Zwergen-Methode überlegen um überhaupt zur Kante zu kommen.


Scrubs [7A] _ Magic Wood.   Foto: Andi.

Weiter greifen, umgreifen, umgreifen, miese Zwischengriffe halten und dann auch noch den Toe- zum Heel-Hook wechseln. Na servus. Nach dieser Sequenz blieb mir dann einfach nicht mehr genügend Kraft für den Durchstieg übrig.
Als ich am nächsten Tag nach dem Aufwärmen erneut in diesen schönen Boulder einsteigen wollte, um ihn endlich zu meiner Ticklist hinzufügen zu können, fing es an zu Regnen...


Scrubs [7A] _ Magic Wood.   Foto: Andi.

...da das Wetter auch für die kommenden Tage eher mies angesagt war fuhren wir weiter nach Chironico. Unglaubliches Gebiet! Doch für einen Besuch dort waren wir ungefähr zwei Monate zu früh – in der Hitze schmierten die Griffe.

Da ich mir selbst keinen Rest-Day gegönnt hatte war meine Kraft schon ziemlich am Ende und so ging dementsprechend nur wenig. Trotzdem gelang mir beinahe mein erster 7A-Flash.
Hoppa“ [7A] gleicht ziemlich den üblichen Hallenbouldern. Wenige Züge, kein Ausstieg, nur Leisten die voll zugeschraubt werden müssen, also genau meins.


Abkühlung für die Fingerspitzen.   Foto: Berni.

Als ich den vorletzten weiten Zug direkt im ersten Versuch hielt wusste ich: das ist die Chance mir den Boulder im Flash zu holen – bloß nicht zu viel nachdenken und einfach zielstrebig in den etwas versteckten Top-Riss greifen. Meine Fingerspitzen berührten ihn, doch als ich noch etwas nachschnappen wollte fiel ich.
In diesem Moment war Berni wohl beinahe wütender als ich über den versauten Flash. Im vierten oder fünften Versuch konnte ich den Boulder dann aber senden. Dem Flash trauere ich trotzdem noch etwas hinterher – allerdings nicht ohne dabei etwas über mich selbst schmunzeln zu müssen.


Hoppa [7A], Chironico.  Foto: Berni.

Auch wenn ich aufgrund des Wetters und meiner limitierten Kraft einige Kompromisse machen musste konnte ich, wie ich es mir vorgenommen hatte, jeden Tag mindestens einen Boulder abziehen.

Im Magic Wood und auch dieses mal in Chironico merke ich einfach worauf es ankommt: nette, chillige Gesellschaft und die absolut tiefe, ehrliche Freude am Bouldern, die es hin und wieder egal macht, wie schwer ein Boulder ist, solange er schön zum klettern ist und einen jeden einzelne Bewegung genießen lässt.

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ENGLISH - VERSION



I believe that Magic Wood is the one place for bouldering that I get most excited about.
I had to keep myself from jumping off the moving car when we pulled up the parkinglot of ausserferrera.
Nicely cold air - I could not have asked for better conditions.

Being way to motivated I went into the forest the same evening - right in the first boulder problem I sliped not only once but twice so that my knee was red and blue and about twice its normal size by the time i got back to the car - what nice start to the trip.
Luckily the injury was not as bad as that it would keep me from going back into this magical forest the next day.
While some of our group tried „Blue Sky of Mine“ [6C] a pretty scary highball - I stayed on the ground, trying another 6C nearby.

Berni in Blue Sky of Mine [6C] _ Magic Wood.   Foto: Andi.

Starting on two kind of painful crimps you move up as far as you can - slowly, I placed fingertip by fingertip on the next hold - finally, a dynamic move to the top. Sarah was sending. It was definitely not easy - but then again, that is not what I go bouldering for ;)

During my last visit I already wanted to try Scrubs [7A] which is an amazingly beautiful line with a pretty steep overhang at first, then a traverse along the edge and finally exiting over a flat part of the rock.
Definitely a boulder that challenges not only your power but also your ability to execute the moves as efficient as possible. The method for dwarfs goes somehow like that: one hold, next hold, move hand, next hold, changing toe to heel-hook on what are probably the worst two holds around .... This sequence left me without any power for finishing the boulder. When I came back the next day after a thorough warm-up it began to rain....


...we drove further to Chironico - incredible area but still way too hot in september.

Since I did not allow myself to take a nice day of rest, my power was pretty much down to a minimum and as a result I was not able to do as much as I had hoped in Chironico.
Still - and I cannot believe I am actually saying this - I almost flashed a 7A "Hoppa". A problem that pretty much resembles those in the gym - just a few moves, no exit, simply crimps. Just what I like.

Hoppa [7A] _ Chironico.   Foto: Berni.

When I reached the second to last hold I knew that this was my only chance - do not think too much, just do it! Just grab that partly hidden hold!
I reached out with my fingertips but just as I was about to get a better hold of it I slipped and fell. Gone was the flash.
Despite, I did send it two or three tries later. Sarah was sending.
I would be lying if I said that I was not a bit sad about not being able to flash the boulder - but then again, what am I complaining about?? I not only did send a boulder with a level of difficulty that really challenges me, but also I did it in an incredible short amount of time.


Both weather and my own limited power made me make sacrifices, yet, I still manage to send one boulder every day - just like i promised myself.

More importantly I felt my deeply rooted passion for this sport again. In the end it does not even matter that much whether the boulder you just did was hard or "only" a 6A - as long as it gives you the chance to enjoy every single move you do.

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