Mittwoch, 6. August 2014

FELBERTAUERN ONCE AGAIN // DIRTBAG LIFE PT. 3

Nach dem grausigen Mix aus schwüler, drückender Hitze und Regenwetter der letzten Wochen war es sicher eine der besten Ideen spontan das Auto zu beladen und Bouldern zu fahren.
Felbertauern! Schließlich warteten dort noch einige Routen auf mich.

Als es dann in der früh direkt wieder zu regnen begann stellte ich mich schon wieder auf die Rückfahrt ein. Wieder drei Stunden Fahrt. Wieder ein Wochenende nur Hallenbouldern. Wieder einmal die Projekte warten lassen...

Warten bis der Regen aufhört.   Foto: Berni.

Aber ich hatte unglaubliches Glück, nachdem wir einige Zeit auf der Suche nach trocken-gebliebenen Blöcken umher irrten riss der Himmel plötzlich auf.
Auch wenn es immer die Möglichkeit eines plötzlichen Gewitters gibt, so haben die Felbertauern doch auch etwas Gutes an sich – die Blöcke sind in Nullkommanichts wieder trocken und kletterbar.

Wie schon beim letzten mal stieg ich wieder in „Viva la Ignorancia“ [7B] ein. Irgendwie habe ich bei dieser Traverse Blut geleckt. Ein Hook nach dem anderen setzen und versuchen zu halten was die, teilweise sehr abschüssige Kante her gibt. Diese wunderbare Kombi aus Körperspannung und Kraft scheint mir zu liegen, weshalb dieser Boulder weiter auf meiner Liste bleibt – bis zum nächsten Mal.

Dafür konnte ich dieses Mal endlich den letzten Fetzen Mut aufbringen den es noch brauchte um „Kotobuki [7A] endlich abzuziehen. Ich streckte mich und schraubte die Leiste mit der linken Hand zu, so fest ich konnte. Beim rettenden Top rutschte ich mit den Füßen ab. Mein Kopf war leer, bis auf den Instinkt: nicht loslassen!
Ich sortierte meine Füße neu auf den Tritten und stieg den Boulder in der wohl umständlichsten Weise überhaupt aus – aber so oder so, ich hatte ihn bezwungen. Sarah was sending. Finally.

Kotobuki [7A]_Felbertauern.   Foto: Berni.

Ein weiterer Boulder für den ich unbedingt ganz bald wieder kommen muss ist der „Strandpirat“ [7A+]. Auf den ersten Blick hielt ich allein schon den ersten Zug für komplett unmöglich. Unglaublich weit, auf einen nicht gar so guten Griff.
Scheint aber so als könne mein Wille sogar meine Spannweite vergrößern. Ich muss endlich lernen meiner Power zu vertrauen und realistischer einschätzen was geht – auch wenn es ein großartiges Gefühl ist vom eigenen Können überrascht zu werden. Manche Grenzen scheinen eben wirklich nur im Kopf zu existieren.

Strandpirat [7A+]_Felbertauern.   Foto: Berni.

Trotzdem fordert mir dieser Boulder all meine Kraft ab und testet meinen Willen die Route zu Toppen. Bis zum Kräfteversagen probierte ich alle Züge die eigentlich so gar nicht mein Ding sind.
Gestern dann trieb ich meinen unglaublichen Biss für diesen Boulder auf die Spitze, indem ich mir in der Halle einen Ähnlichen schraubte. Jetzt heißt es trainieren, trainieren und auf 1-2 freie Tage zu hoffen damit ich diesen genialen Boulder senden kann.


Um Berni zu zitieren: „So ein Klettertrip zeigt einem was wirklich wichtig ist – klettern!“

Bissi kalt.   Foto: Berni.

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ENGLISH - VERSION


There are few things as pleasurable as packing your stuff to go bouldering outdoors, especially after a week of dampness and pushing heat. Once again I went to Felbertauern for there are still a lot of routes left for me to send.

Fortunately i got lucky just one time on this unpredictable felbertauern-weather. The good thing is that, even with those weatherchanges - the rock is dry again in just the blink of an eye.

Once again i tried Viva la Ignorancia [7B] which is an amazing traverse. Trying to hold onto the sloppy edge you have to place one hook after the other. It is a both beautiful and incredible powerful boulder that requests a combination of bodytension and strength and it seems like this is what suits me. It will definitely stay on top of my to-do-list for the next visit!

At least I finally found the courage to do Kotobuki [7A] stretching as far as I could and crimping what was possible with my left hand. With one hand on the top my foot slipped - my head was empty except for the initial instinct of not letting go. I rearanged my feet and did the exit. sarah was sending - yet, in what is probably the most complicated way.



Kotobuki [7A]_Felbertauern.   Foto: Berni.

Another route that makes visiting worth once more is Strandpirat [7A+]. It is a gorgeous boulder in another sector of the area whose first move is already pretty far. Still, do not ask me how i did it, i managed to stick the move - seems like all those stupid boundries are just in my head after all. 


Strandpirat [7A+] _ Felbertauern.   Foto: Berni.

I tried this boulder until there was absolutely no power left in both my arms and legs, I tried every move, and even those that I initialy thought were not for me.
Now I am off to another campussession and training, wishing that the next sunny free days will come soon so that I will be able to top this beautiful line. 

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