Dienstag, 27. Mai 2014

DEFYING GRAVITY.

Wie ihr vielleicht bemerkt habt habe ich am Sonntag still und heimlich meine Ticklist um 2 Boulder erweitert. Sarah was sending.
In der langen, kräftezehrenden Woche war das Bouldern am Wochenende mein motivierender Lichtblick. Einfach raus und auf 1700m der schon drückenden Hitze für einige Stunden entkommen und in entspannter Runder klettern.


Leidenschaft sieht man.  Foto: Marie.

Vom letzten Jahr hatte ich noch eine Rechnung mit dem „Korallenriff“ [6C+], einem dynamischen, hautzerstörenden Boulder, offen. Damals hatte ich glorreicher Weise meine Kletterschuhe daheim vergessen – bei so einem Hook natürlich denkbar ungünstig. Dafür konnte ich ihn am Sonntag dann recht schnell senden.



Korallenriff [6C+] _ Wolfsberg.  Foto: Berni.

Wir gingen weiter zu „mein Teil“ [7B] – wohl einer der gemeinsten Sitzstarts den ich je gesehen habe. Man startet mit den Händen quasi am Boden und den Knien auf Ohrhöhe – das sind Momente in denen ich über meine kompakte Körpergröße unglaublich dankbar bin. Schwerer wird für mich dann eher der dritte Zug, wenn es heißt: dynamisch, weit um die Kante klatschen.
Schwierigkeiten hin oder her, mir gefällt diese Linie einfach - kurz und knackig aber trotzdem technisch und verlangt nach einem Boulderer mit Biss.

Den „Spanier“ [7B] hatte ich ebenfalls voriges Jahr schon einmal versucht und er entsprach so gar nicht meinem Boulder-Style. Relativ hoch, steinige Dropzone und dann auch noch ein Zug der dem Wort Schwerkraft eine völlig neue Bedeutung gibt. Dementsprechend gespannt war ich, was sich nach einem Jahr recht intensiven Boulderns getan hat.
Der Boulder entspricht noch immer nicht meinem Style.
Trotzdem tat ich mir bei den ersten paar Zügen dieses Mal merklich leichter. Als ich dann jedoch zu jenem weiten Zug kam stieg ich ab.


Der Spanier [7B] _ Wolfsberg.  Foto: Marie.

Von einem Zwicker mit der rechten Hand und einer Leiste mit der Linken muss man hoch ansteigen und dann weit schräg links raus zu einer weiteren Leiste, in die man sich dann auf Schulter quasi hineinfallen lässt. Absolut kein Zug bei dem ich mir leicht tue. In solchen Momenten fällt es mir schwer meine Enttäuschung und Frustration herunter zu schlucken und neu und vor allem mutig nochmals einzusteigen. Ich probierte den Start noch einige Male und konnte diesen Zug lediglich ein einziges Mal und nur mit Unterstützung machen.
Obwohl ich weiß, dass es absolut keinen Grund zur Angst gibt schaffe ich es dann doch nicht mich zu überwinden und einfach beherzt zuzugreifen. Warum?


Das eigentlich Verrückte ist jedoch, dass ich trotz jeder Frustration und Wut die ich am Boulder habe, dann Zuhause ehrgeiziger bin als davor. Ich will an mir arbeiten, will nicht mehr so ein „Schisser“ sein, will mich auch nicht mehr so fertig machen, wenn etwas nicht direkt geht. Große Ziele. Aber ich weiß, dass dieser Boulder mein neuer „Jonas“ werden wird – ein Boulder der mich fordert und weiter bringt, hinter alte Muster und Ängste.


Hooligan [7B+] _ Wolfsberg.  Foto: Marie. 

Kommentare:

  1. Wie sieht's denn eigentlich mit der Problematik Grundbesitzer/Grundstücksverwalter vs. Boulderer auf der Koralpe derzeit aus? Haben sich die Wogen geglättet? Wurden Gespräche geführt? Oder gibt es noch immer ein Katz und Maus Spiel?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Noch immer unverändert. Leider. Ich versuche freundlich zu sein und keine Spuren zu hinterlassen die irgendwem aufstoßen könnten. Wirklich sehr schade diese Situation.

      Löschen